Der Umstellungs-prozess
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Eine Umstellung auf fluorfreie Technologie ist kein einfacher 1:1-Austausch des Löschmittels. Das Gesamtkonzept muss überprüft und angepasst werden. So gehen wir vor:
01
Bestandsaufnahme & PFAS-Analyse
Zunächst werden alle vorhandenen Löschmittel und Systeme inventarisiert. Proben des bestehenden Schaummittels werden entnommen und in spezialisierten Laboren auf PFAS analysiert. Die Bestimmungsgrenze muss für alle untersuchten Stoffe bei ≤ 25 ppb (0,025 mg/kg) liegen – das können nicht alle Labore.
Auch vermeintlich fluorfreie Mehrbereichsschaummittel können betroffen sein, wenn im Tank zuvor AFFF gelagert wurde und es zur Kontaminationsverschleppung kam.
02
Löschanlagenkonzept überarbeiten
Fluorfreie Schaummittel stellen andere Anforderungen als AFFF.
Das bestehende Anlagenkonzept muss auf folgende Punkte geprüft werden:
Zumischrate: Während leistungsfähige AFFF oft mit 1 % Zumischung arbeiten, erfordern fluorfreie Alternativen in der Regel 3 %. Das bedeutet: neuer Zumischer und dreifacher Schaummittelvorrat. Bei begrenztem Platz in der Sprinklerzentrale wird das zur planerischen Herausforderung.
Verschäumung: Ohne Wasserfilm ist die Schaumqualität entscheidend. Sprinklerköpfe und Strahlrohre müssen eine Verschäumungszahl von mindestens 5–8 erreichen. Hohlstrahlrohre sind besonders kritisch.
Viskosität: Fluorfreie Mittel sind oft strukturviskos (pseudoplastisch) – bei niedrigen Temperaturen steigt die Viskosität. Pumpen, Leitungen und Dosieranlagen müssen darauf geprüft werden.
03
Entleerung & PFAS-Reinigung
Die gesamte Anlage – Schaummitteltank, Zumischsystem, Konzentrat-Leitungen – muss PFAS-frei gereinigt werden. Bei Grenzwerten von 25 ppb genügt einfaches Spülen nicht. Hier ist spezialisierte Expertise erforderlich.
Das anfallende Spülwasser enthält nach der Reinigung die gelösten PFAS. Es muss entweder bei ≥ 1.300 °C verbrannt oder die PFAS müssen mittels Adsorption oder Filtration aus dem Wasser entfernt werden.
04
Schaummittelauswahl & Beschaffung
Nicht jedes fluorfreie Schaummittel passt zu jeder Anlage. Die Auswahl hängt ab von:
Art des zu schützenden Risikos (unpolare vs. polare Brennstoffe), vorhandener Infrastruktur (Sprinkler, Düsen, Proportionierungssystem), erforderlichen Zulassungen (VdS, FM Approval, UL Listing) und klimatischen Bedingungen (Frostschutz).
Als herstellerunabhängiger Partner beraten wir ausschließlich auf Basis der technischen Eignung – nicht auf Basis von Vertriebsvereinbarungen.
05
Umbau, Befüllung & Inbetriebnahme
Nach der Reinigung erfolgen ggf. notwendige technische Anpassungen: neue Zumischer, vergrößerte Tanks, angepasste Sprinklerköpfe. Anschließend wird das fluorfreie Schaummittel eingefüllt und das System getestet.
Die Funktionsprüfung wird dokumentiert und belegt die ordnungsgemäße Leistungsfähigkeit der umgestellten Anlage.
06
Dokumentation & Entsorgungsnachweis
Die EU-Verordnung 2025/1988 verlangt von Betreibern einen Managementplan, der alle Maßnahmen zur Verwendung, Reinigung, Wartung und Umstellung dokumentiert. Wir erstellen die vollständige, behördentaugliche Dokumentation:
PFAS-Analyseergebnisse (vorher/nachher), Entsorgungs- und Reinigungsnachweise, technische Umstellungsdokumentation, Konformitätserklärung nach geltendem Umwelt- und Wasserrecht (WHG), Managementplan gemäß EU-Verordnung.
Diese Dokumentation schützt Sie bei behördlichen Prüfungen, Versicherungsanfragen und im Haftungsfall.

