AFFF vs. fluorfreier Schaum

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AFFF vs. fluorfreie Schaummittel: Der Wandel im Brandschutz

Moderne fluorfreie Schaummittel erreichen heute die Leistungsfähigkeit klassischer AFFF – ohne die Risiken persistenter PFAS-Chemikalien.

PFAS-haltige AFFF-Schaummittel waren über Jahrzehnte der Standard bei anspruchsvollen Flüssigkeitsbränden, geraten heute jedoch aufgrund ihrer Umwelt- und Haftungsrisiken zunehmend unter Druck.

Die fluorfreie neue Generation bietet eine zukunftssichere Alternative: leistungsfähig, zertifizierbar und frei von persistenten „Ewigkeitschemikalien“. Für Betreiber bedeutet die Umstellung jedoch mehr als nur den Austausch des Schaummittels – Anlagen, Zumischer, Viskosität, Verschäumung und Reinigungsprozesse müssen sorgfältig geprüft werden.

Wer frühzeitig handelt, reduziert Compliance-Risiken und schafft eine sichere Grundlage für den Weiterbetrieb seiner Löschanlage.

Genau die Eigenschaft, die PFAS industriell so nützlich macht, ist auch ihr größtes Problem: Sie sind in der Natur praktisch nicht abbaubar. PFAS reichern sich in Böden, Gewässern und in der Nahrungskette an. Sie wurden bereits im Blut von Menschen weltweit nachgewiesen – selbst in entlegenen Regionen der Arktis.

Wenn AFFF-Löschschäume im Boden versickern, wird das Grundwasser kontaminiert. Einsätze von AFFF haben in Deutschland bereits zur Sperrung von Trinkwasserbrunnen und Fischverboten in Seen geführt. Die jährlichen Kosten der PFAS-Verschmutzung werden im Europäischen Wirtschaftsraum auf 52 bis 84 Milliarden Euro geschätzt.

AFFF vs. Fluorfreie Schaummittel

Fluorfreie Schaummittel existieren bereits seit den Anfängen der Schaumtechnik – doch erst die neue Generation erreicht die Leistungsfähigkeit moderner AFFF.

❌ AFFF (fluorhaltig)
Löschmechanismus
🔬Bildet dampfdichten Wasserfilm auf brennbarer Flüssigkeit durch Fluortenside. Sehr niedrige Oberflächenspannung ermöglicht „Spreitung" über dem Brennstoff.
Vorteile
Funktioniert auch bei schlechter Verschäumung – geringe Anforderungen an Sprinklerköpfe und Strahlrohre
Niedrige Zumischrate möglich (1 %), geringer Schaummittelverbrauch
Niedrige Viskosität, einfache Handhabung bei allen Temperaturen
Probleme
☠️Enthält PFAS – persistent, bioakkumulativ, nicht abbaubar
🚫Kontaminiert Böden und Grundwasser bei jedem Einsatz
💰Entsorgung nur als Sonderabfall bei ≥1.300 °C Verbrennung
⚖️Schrittweise EU-weit verboten – Fristen laufen bereits
✅ Fluorfrei (neue Generation)
Löschmechanismus
🔬Erzeugt eine stabile, widerstandsfähige Schaumdecke über dem Brennstoff. Kein Wasserfilm, dafür höhere Schaumqualität mit starkem Stickeffekt und Kühlwirkung.
Vorteile
🌱Frei von allen PFAS – umweltverträglich, biologisch abbaubar
Zertifiziert nach EN 1568, UL 162, FM Approval, ICAO, IMO
Gleichwertige Löschleistung bei Brandklasse A und B nachgewiesen
Zukunftssicher – unberührt von allen kommenden PFAS-Verboten
Zu beachten
⚙️Höhere Anforderungen an Verschäumung (VZ mind. 5–8) – Strahlrohre/Sprinkler prüfen
⚙️Meist 3 % Zumischrate → größerer Schaummittelvorrat nötig
⚙️Höhere Viskosität, teilweise strukturviskos – Zumischer prüfen
⚙️Anlage muss vor Befüllung PFAS-frei gereinigt werden (Grenzwert: 25 ppb)
Praxisnahe Relevanzgewichtung für Löschschaum-Bestände

Nicht jede PFAS-Verbindung spielt in Löschschäumen dieselbe Rolle.

Während ältere AFFF-Bestände häufig durch PFOS und PFHxS geprägt sind, stehen bei modernen C6-Schäumen vor allem PFHxA und verwandte Vorläuferverbindungen im Fokus. PFOA sowie langkettige C9–C14-PFCA sind ebenfalls relevant, da sie regulatorisch streng bewertet werden und bei Analyse, Reinigung und Entsorgung mitbetrachtet werden müssen.

PFOS - Der klassische Altlasten-Indikator
30%
PFHxA / C6-Vorläufer - Die moderne C6-Problematik
25%
PFHxS - Häufiger Begleiter historischer AFFF
20%
PFOA - Regulierter Neben - und Abbaustoff
15%
C9-C14 PFCA - Langkettige Risikogruppe
10%
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